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Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen  Autoren Börse Foren-Übersicht » Dummdeutsch für alle, Stilblüten, usw.
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Georg
Administrator


Anmeldedatum: 09.05.2003
Beiträge: 37

BeitragVerfasst am: Mo 03.11.2003, 22:16 Back to top

... bedeutet bereits "aus, "heraus".
Ein ans Verb gebundenes "aus" ist folglich ein doppelter Moppel:

Nachfolgend Beispiele, die aus Berichten und Briefen von Freiwilligen in Aufnahmeorganisationen entnommen sind.
Also: "die Berichten ...  entnommen sind"

Was soll man von einem Verlag halten, der einen Titel namens "Aus der Mitte entspringt ein Fluß" herausgibt?
Daß die Filmfritzen da unkundig sind, ist ein anderes Paar Stiefel, aber schließlich ist Sprache angeblich das alltägliche Geschäft von Verlagen.
Oder ist es doch was anderes?

Beliebt ist dieser Mist bei Bewerbungen:
"aus Ihrer Anzeige habe ich entnommen"
Zack - damit wäre die Bewerbung bei vielen bereits
gestorben.

Wie man sich richtig bewirbt steht - oder wird so nach und nach auf die Reihe gebracht, bei http://www.bewerben.com
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Elmar



Anmeldedatum: 03.12.2003
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: Mi 03.12.2003, 11:44 Back to top

Ist das nicht zu streng geurteilt über das  ent- ?

"Entnehmen" ist ein terminatives Verb, das "Nehmen"  ist bereits geschehen. Das hat nichts mit "Aufaddieren" gemeinsam.

Aber "Nehmen" kann man vieles: "heraus-", "an-", "be-" usw. Was wäre also das "Entnehmen" ohne "Ent-" ? Arm dran...

Dto. "Springen". Das pflegen Flüsse für sich alleine nicht zu tun. Sie springen auch nicht bei, hoch, auf,  be- sondern ent-.  
Ihr Plädoyer gegen das anglizistische "Für" hat mir gut gefallen, aber hier schießen Sie hinaus.
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Georg
Administrator


Anmeldedatum: 09.05.2003
Beiträge: 37

BeitragVerfasst am: Mi 03.12.2003, 14:01 Back to top

Lieber Elmar,
da besteht ein Mißverständnis:
es geht nicht darum, ob ein Fluß "springt" oder "entspringt" sondern darum, daß er nicht "aus" etwas entspringt, sondern schlicht "entspringt".
Dem Verb folgt direkt der Dativ, keine Präposition.
Also:
Ich entnehme Ihrem Brief ... nicht: "aus" Ihrem Brief .."
Er entnahm ihren Worten ... nicht: "aus ihren Worten .."
Seine Gedanken entspringen Erfahrungen aus der Zeit der Kriegsgefangenschaft ... nicht: "aus Erfahrungen"
usw. usw.

Georg Beckmann
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Elmar



Anmeldedatum: 03.12.2003
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: Do 04.12.2003, 09:20 Back to top

Oha, das hatte ich glatt übersehen.

Sie haben vollkommen recht, was die Pleonasmen angeht.

Vielen von uns ist wohl nach langen Jahren falschen Sprachgebrauchs das Gespür bei unserer Sprache verloren gegangen (beinahe hätte ich geschrieben: .. für unsere Sprache).
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Vision



Anmeldedatum: 17.09.2004
Beiträge: 201

BeitragVerfasst am: Fr 17.09.2004, 09:28 Back to top

Nur stellt sich doch letztendlich die Frage für wen denn genau solche Texte verfasst werden? Für leute die Rechtschreibung und Gramatik studiert haben und solche kleinigkeiten sofort erkennen, oder eher für die Normen Leute auf der Straße? Ich sage mal das ich nicht Deutsch Studiert habe, auch stand ich persönlich immer mit der Gramatik auf dem Kriegsfuß, dennoch liebe ich es Texte zu verfassen und Geschichten zu erzählen. Natürlich tue ich dies nicht in einer Art und wiese wie sie heute den Jugendlichen geläufig ist, denn mir selbst tut es in der Seele weh wenn ich morgens auf meinem Weg zur Arbeit, im Zug, einigen dieser Jugendlichen und ihrer Vergwaltigungsversuchen an der Sprache zuhören muss. Aber denoch ist es in der Tat so das ich, wenn ich schreibe, so schreibe das auch wirklich jeder seinen Spass dran hat, inklusive mir.

Natürlich kann man nun sagen, wo ist das Problem, wenn wir mehr darauf achten würden was wir schreiben, dann würde sicher solche Probleme weniger Entstehen und wir auch noch zusätzlich ein besseres Deutsch erhalten.

Doch finde ich das es nicht so schlimm ist wenn man diesen doppel Moppel verwendet.

Aus der Mitte entspringt ein Fluss hört sich wesentlich schöner an als wenn man nun versuchen würde sich um dieses Konstruk herum zu arbeiten. Was für Möglichkeiten hätte man denn dabei?

Okay, ich hätte auch eher gesagt In der Mitte entspringt ein Fluss, so gesehen wundert es mich doch etwas, doch finde ich diesen Doppelmoppel nicht sonderlich störend und ich kenne viele die solche Sachen gerade zu verschlingen und sich keines Wegs daran stören das solche Konstrukte darin enthalten sind.

Kurz um, ist die Aussage, sofern sie verständlich ist, nicht wichtiger als die eigentliche art wie sie präsentiert wird? Natürlich ist die art der Präsentation auch ein essentieller Bestandteil, aber solange der Inhalt nicht stimmt kann die Präsentation doch noch so toll sein, oder?

_________________
Rechtschreib- und Grammatikfehler des Textes dürfen behalten und selbst genutzt werden.
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