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Georg
Administrator
Anmeldedatum: 09.05.2003
Beiträge: 37
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Verfasst am:
Mo 03.11.2003, 21:51 |
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Für weitere Informationen klicken Sie hier ...
Läuft der Computer hoch, so kommt vor Windowstart "Für laden F2" drücken - "laden" wohlgemerkt auch noch klein geschrieben, obwohl Substantiv.
Seitdem dies ein Microsoftidiot vor einigen Jahren von sich gab, ferner auch: "Für weitere Informationen klicken Sie hier" (For further information ...) geht im Deutschen die angelsächsische Pest um, und wir sind die einzigen, die´s noch merken. Junges Gemüse bis Ende zwanzig hält diesen Dreck bereits für normal.
Der Microsoftfritze mag auch ganz nett sein und wirklich sympathische Züge haben, aber warum mußte er schreiben? Er soll programmieren! Die Folgen sind schier unglaublich!
Im Gespräch mit der zuständigen Redakteurin eines großen Portals, daß der Satz "Für weitere Informationen klicken Sie hier" kein Deutsch sei, folgte erstmal eine Denkpause, dann zögernd und etwas pikiert: "Sie meinen besser "bei"? Unsere Antwort: "Ja, "bei" oder "zu".
Bei näherer Betrachtung zeigt sich, daß man sich hier bereits auf eine falsche Fährte locken läßt, denn "deutsch" ist das immer noch nicht, sondern nur eine Übersetzung einer englischen Wendung. Richtig wäre etwa "Näheres hier", "Hier weitere Details" u.ä.
Der Fall zeigt, daß die richtige Präposition nur noch mit Mühe bestimmt wird. Todsicher kommt der Einwand, daß Sprache sich ja ändere, wir auch nicht mehr wie im Mittelalter redeten, usw. ...
Alles fauler Zauber. Man könnte ja auch folgende Reaktion erwarten, nämlich:
"Danke für den Hinweis, stimmt, merkt man gar nicht mehr" o.ä.
Hier einige Beispiele aus Manukripten, die uns kürzlich erreichten. Es ist wirklich nichts Ausgefallenes, denn so einen Mist sondern neuerdings ALLE ab. Wir können nur hoffen, den einen oder anderen zu sensibilisieren.
Dabei achte man mal darauf, wie so manche Sätze holtern und poltern, wie es ächzt und stöhnt im Satzgebälk. Es ist kaum auszuhalten:
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur
Verfügung = Zu, bei
für die Realisierung der Shows = zur
für die Betreuung der Kunden = dito
eine Bauvoranfrage für die Errichtung einer Biogasanlage = zur
besteht Anspruch auf Kindergeldfortzahlung. Dafür ist die Teilnahme ... = dazu, dabei
Interesse für das andere Land = am
wurde als Institut für die Erforschung der Kunst eröffnet = zur
Voraussetzung für die Zulassung = zur
Man benötigt für das Studium = zum
.. ist ein Programm für den Einsatz Freiwilliger in den USA = zum
Für den Erhalt einer Antwort unbedingt die Adresse angeben = zum
Für die Ausstellung des Dokumentes = zur
Für die Bearbeitung sind gute Kenntnisse nötig = zur, bei
Die Bücher sind wichtig für die Motivation = zur
um diese „Pausen“ für das Erlernen der Sprachkenntnisse zu nutzen = zum
Bewerber für ein Praktikum = um
Sie leitet die Bewerbungen für jede Stelle weiter = um
Einige Vermittler für Freiwillige wurden bereits beschrieben = von Freiwilligen
Wartezeiten für Routine-Arbeiten = auf
Schlüssel für den Einstieg ins Berufsleben = zum
stehen auch Sprachlabors für das Eigenstudium zur Verfügung = zum
Regeln für die Dauer von Praktika gibt es bei uns nicht = zur oder über
Für die Verarbeitung der neuen Eindrücke = zur
Ein Programm für den Einsatz Freiwilliger = zum
Lebensgrundlagen für Tiere gefährdet = von
Für alles gewappnet (Schlagzeile des Freiburger Stadtkuriers v. 29.11.07) = auf, meinetwegen auch noch "gegen"
Sucht man bei Google "gewappnet sein für", so springen einen die "fürs" gleich an, allen voran, allen voran der Innenminister eines Bundeslandes:
http://www.google.de/search?q=gewappnet+sein+f%C3%BCr&
Wichtig ist es daher, wenn man sich für (!!!) einem solchen Dienst entschlossen hat, sich bei dem zuständigen Konsulat zu erkundigen, welche Unterlagen für (!!!) die Beantragung eines Visums benötigt werden.
Das muß man mal auf der Zunge zergehen lassen: "für die Beantragung eines Visums" .... Daß doch der Blitz dreinschlage!
Geplant sind neue Bände für Skandinavien = über
Was soll Skandinavien mit den Bänden?
Dieses Gespräch ist für (!!!) die Planung der nachfolgenden Einsätze wichtig.
Von wegen: zur Planung für die beteiligten Personen!! Der Planung ist das egal.
Der Träger stellt für den Dienst nach Beendigung eine Bescheinigung aus.
Tut er nicht! Was soll der Dienst mit der Bescheinigung?
Also: "über den Dienst ". Und - um das gleich vorwegzunehmen - er würde die auch nicht etwa "für" etwaige Teilnehmer sondern "den" Teilnehmern ausstellen.
Sie halten Vieh, das auch für das Pflügen benutzt wird = zum! Darf man wirklich Abi machen und ein derartiges Gestammel von sich geben?
Unverzichtbar für jegliche Reisevorbereitung in ein unbekanntes Land.
Nee, "für" den Leser, aber "zur" Reisevorbereitung, was sonst?
Planung ist unabdingbar, nicht nur für die eigene Sicherheit, sondern auch für die Effektivität eures Besuchs.
Nein, wieder falsch. "Für" den Leser "zur" Sicherheit.
So baut die Stiftung Gemüse an und betreibt eine Baumschule für einheimische Gehölze.
Was zum Geier sollen die Gehölze mit der Baumschule?
Also: ... mit einheimischen Gehölzen
Für das Essen trägt jeder seinen (finanziellen) Beitrag bei.
Na, da freut sich das Essen ...
Und weiterer Müll aus Emails:
habe bei http://www.horse-box.de gelesen, dass Leute für die Versorgung von Pferden in Neuseeland gesucht werden ...
Kosten für das Programm = des. "Kosten für den Teilnehmer", ja, nicht aber "fürs Programm", denn dem entstehen keine!!! Es wäre ihm mangels Denkkraft auch wurscht.
Volkshochschule u. Hobby-Astronomen wollen einen Wasserhochbehälter ... für eine Sternwarte nutzen (Bad. Zeitg, 9.10.06) = "als", denn die Sternwarte kann ganz sicher nicht tätig werden und etwas selbst nutzen
Kohl hobeln für den Wintervorrat = "als". Derselbe Fall wie vorstehend, in derselben Ausgabe der Bad. Ztg.
Und der Höhepunkt kürzlich, auf neudeutsch "Highlight", wobei ersterer anscheinend zum rein sexuellen verkommt:
Für Urlaub buchen, rufen Sie uns an! !!!!!!!!!!!!!!!
Dürfen solche Leute wirklich einen Führerschein besitzen, Kinder kriegen und das Wahlrecht haben?????
Die "Für"-Wörter haben es auch sonst in sich.
Was zum Teufel hat das "für" in folgenden Sätzen zu suchen?
Der Ausdruck lautet:
"jdm etwas zur Verfügung stellen, also direkt mit Dativ, ohne Präposition".
"Wir haben hier auch eine Tochtergesellschaft, die derartige Leistungen für uns zur Verfügung stellt."
Amazon:
"Gesamtsumme für diese Bestellung: EUR 6,50"
Quatsch: "Gesamtsumme dieser ..."
"Die drei Nationalparks bieten für eine kleine Zahl von Freiwilligen die Möglichkeit ...
Blödsinn: "Die drei genannten Nationalparks bieten einer kleinen Zahl von erwachsenen Freiwilligen die Möglichkeit ..."
Ähnlich: "jdm etwas ermöglichen"
"und für die immer noch unterdrückten Frauen ein eigenes Einkommen zu ermöglichen
Also: "und den ... "
Das Betreten des Rasens ist für Kinder verboten = wieso um Himmels Willen "für"? Es ist Kindern verboten ...; fertig! Der Schreiberling soll seinen deutschen Paß abgeben.
Fazit:
Jedes "für" ist zu umrunden, auf Stimmigkeit abzukopfen und ggf. totzuschlagen. Fast immer sind sie falsch!
Unter anderem kommt ein sehr schönes Wort dadurch völlig abhanden, "zwecks" ... aber dem folgt auch dem Genitiv, und dem ist nicht zu retten. |
Zuletzt bearbeitet von Georg am Fr 09.02.2007, 11:47, insgesamt 8-mal bearbeitet |
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Nils König
Gast
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Verfasst am:
Fr 26.03.2004, 21:51 |
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Als publizierter Autor, Verleger und Lektor kann ich über diesen Beitrag nur den Kopf schütteln. Was hilft es denn sich in solcher Länge über dieses Thema aufzuregen. Die Welt in der wir leben ändert sich, ebenso die Menschen, die darin leben - also auch die Sprache. Warum akzeptiert man das nicht einfach. Dass mehr als 50 Menschen Ihren Beitrag gelesen haben, ohne sich dazu zu äußern spricht ja allein schon Bände. Zudem hilft von Zeit zu Zeit mal ein Blick in den Duden, da inzwischen viele Änderungen (auch aus dem angelsächsischen) aufgenommen und damit gültig sind. Das Einzige, was ich bedauerlich daran finde ist, dass Sie anscheinend genug Freizeit haben, um Ihre verbohrte Auffassung in endlosen Abfassungen in die Welt hinaus zu posaunen. :-[ |
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Georg
Administrator
Anmeldedatum: 09.05.2003
Beiträge: 37
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Verfasst am:
Sa 25.09.2004, 10:33 |
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"Als publizierter Autor, Verleger und Lektor kann ich über diesen Beitrag nur den Kopf schütteln. ... Die Welt in der wir leben ändert sich, ebenso die Menschen, die darin leben - also auch die Sprache. .. Zudem hilft von Zeit zu Zeit mal ein Blick in den Duden, da inzwischen viele Änderungen (auch aus dem angelsächsischen) aufgenommen und damit gültig sind"
Lieber Nils König,
da ist es wieder, das altbekannte Argument: Die Welt ändert sich, also sanktionieren wir, was vermeintlich nicht mehr aufzuhalten ist, bzw. das, was wir nicht mehr beherrschen.
Aber vielleicht tun wir bald auch immer "tun" schreiben tun und tun das "tun" zulassen, weil rund 20 Prozent der Bevölkerung so babbeln tun. Oder wie wär´s mit "dem seine" und "der ihre"? Da tippe ich auf 40 Prozent. Von der indirekten Rede, Konjunktiv I u.ä., mal ganz zu schweigen ... Die geht ja wohl 95 Prozent unserer Mitmenschen am "Arsch vorbei".
Gucke ich mir Ihre Eingangsseite, Verlagshaus Nils König.de, verlagshausnilskoenig.de, an, so springt mir geradezu ein - fehlendes - Komma bei "Bücher die bewegen" entgegen, oder hat der Duden dort auch schon andere Regeln gesetzt?
Das ist Ihre Visitenkarte, die Überschrift auf Ihrer wichtigsten Seite, mit der Sie sich Besuchern und Autoren präsentieren.
Meine Texte sollen lieber von Leuten lektoriert werden, die mir das schön rot ankreiden würden. Fehler kommen ja immer vor, auch in meinen Büchern, aber mit so einer Zeile auf meiner Homepage könnte ich nicht gut schlafen.
Weiter geht´s auf der Startseite, mit "Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden sind wir ununterbrochen auf der Suche ...". Auch dort ein Kommafehler nach "werden", oder?
Fehlte es an der Zeit oder an der "hervorragender ... Lektoratsarbeit" (Zitat v. der Homepage")?
Ferner würde ich bei Ihrem Kommentar "aus dem angelsächsischen" das Substantiv groß schreiben werden, s.o. - und bei "Warum akzeptiert man das nicht einfach.", siehe oben, ein Fragezeichen setzen, dito nach "Was hilft es denn sich in solcher Länge über dieses Thema aufzuregen", und auch noch gleich ein Komma nach "denn" setzten.
Bei "Dass mehr als 50 Menschen Ihren Beitrag gelesen haben, ohne sich dazu zu äußern spricht ja allein schon Bände.", scheint mir wiederum ein Komma nach "äußern" zu fehlen.
Sie versprechen Ihren Autoren in punkto Lektorat: "Es prüft alle Manuskript-Einsendungen akribisch auf Tauglichkeit, Stil ..."
Wie wär´s, wenn Ihr Lektorat doch mal die versprochen Leistungen erbrächte, zunächst mal auf Ihren Seiten - akribisch?
Ich will keine Haarspaltereien betreiben, aber wenn mein Geschäft die deutsche Sprache ist und deren "akribische" Beurteilung, dann aber auch richtig.
Wenn aber alles ziemlich wurscht ist, bitte schön ...
Der Duden macht übrigens nichts "gültig". Es handelt sich um kein "amtliches" Regelwerk, so daß ja auch andere Wörterbücher wie der Wahrig existieren. Zudem bewertet er nicht, sondern beschreibt nur. Damit auch sprachlichen Schund wie das hier im Forum beschriebene "rückerstatten".
Denken muß man selber.
Was Ihre Anmerkung mit der "Freizeit" und den "verbohrten Auffassungen" betrifft: Ein anständiges Lektorat braucht viel Zeit (und leider keine "Freizeit"). Wer die nicht hat, wer das nicht leisten will, kann es seinen Autoren ja mitteilen ...
Auf dem Schwarzen Brett oder in der Datenbank der Autorenbörse bieten genügend Leute solche Dienste in fehlerfreiem Deutsch an.
Wenn Sie sich mit dem "publizierten Autor" aufs hohe Roß schwingen, so ist zu fragen, von wem denn? Haben Sie sich denn in Ihrem Verlag nicht nur selbst publiziert?
Es kommt noch was hinzu. Man muß ja auch erstmal befähigt sein, Sprachmüll erkennen zu können. Und das scheint mir, fehlt´s bei vielen, auch bei Verlagen, wenn man sich mal so umblickt und diverse Webseiten besucht.
Apropos "als publizierte Autor ...": wer hat Sie "publiziert"? Sie sich selbst. Das ist kein Kunststück.
Mit freundlichen Grüßen
Georg Beckmann |
Zuletzt bearbeitet von Georg am Mi 13.09.2006, 21:11, insgesamt einmal bearbeitet |
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ceriko
Anmeldedatum: 30.12.2005
Beiträge: 3
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Verfasst am:
Fr 30.12.2005, 03:28 |
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Hehehe ;D
Das finde ich geil, das gefällt mir.
Danke, Herr Beckman.
Ich möchte anfügen, dass ich selber, wo ich mich doch sattelfest in der deutschen Sprache wähnte, über einige Beispiele gestaunt habe. Aber, dies sei gesagt, ich bin halt ein junger Autor, der noch keine dreissig Lenzen auf dem Buckel trägt, folglich dem angelsächsischen Sprachgebrauch schon nahezu ausgeliefert ist - wie Sie sagen. Doch wer schärft uns denn noch das Gegenteil ein? Die Schule? Nein, gewiss nicht. Ich wage zu behaupten, dass meine Lehrer damals der deutschen Sprache noch weniger mächtig waren als ich heute.
Übrigens, da ich aus der Schweiz komme, ist es unserer Rechtschreibung und den zu kaufenden Computertastaturen leiter vergönnt, ein Doppel-S schreiben respektive tippen zu können. Ich bitte um Entschuldigung.
Dennoch, Sie haben völlig Recht: Ich würde es mir 23'938mal überlegen, beim King-Nils meinen nächsten Roman vorlektorieren zu lassen. 
Aber der King-Nils ist sicher auch ein lieber Kerl. |
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