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Nachricht |
Georg
Administrator
Anmeldedatum: 09.05.2003
Beiträge: 37
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Verfasst am:
Sa 08.01.2005, 22:31 |
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Wir müssen wieder was Neues lernen. Der Nachrichtensprecher legt los: "Ein sogenannter Tsunami, eine Riesenflutwelle ...."
Wer nennt das Ding denn so? Wir nicht. Japaner tun es, "Berg" nennen sie "shima", für alle möglichen Dinge des Lebens und ihres Erfahrungsbereiches besitzen sie eigene Wörter, so wie Engländer einen Käfer "beetle" und die Franzosen ihn "cafar" nennen. Wozu der Mist? Wozu wieder mal was Neues, was dabei älter als die Menschheit ist und zigmal vorkam und wieder vorkommen wird? Sollen wir die nächste "Eiszeit" anders bezeichnen, nur weil ihre Auswirkungen beipielsweise zuerst in Alaska oder auf Island bemerkbar sind? Dito das nächste Erdbeben, nur weil San Francisco in den Pazifik rutschen wird? Wie sollen wir nächstens Berg und Tal nennen? Mit indonesischen Wörtern? Der "Tsunami" ist so unnötig wie ein Kropf. |
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Vision
Anmeldedatum: 17.09.2004
Beiträge: 201
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Verfasst am:
Di 18.01.2005, 11:34 |
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Das Problem mit dem Wort Tsunami und seine "Unnötigkeit" besteht wohl darin, dass eine Flutwelle nicht das Phänomen der Tsunamis beschreibt. Eine Flutwelle ist wesentlich langsamer und kleiner als ein Tsunami und wird meist durch einen Sturm erzeugt. Ein Sturm jedoch kann nicht die nötigen Geschwindigkeiten erzeugen, um den Gegenstand eines Tsunamis zu erfüllen.
Hier liegt klar der Unterschied zwischen Flutwelle und Tsunami. Dass wir selbst noch kein eigenes Wort für derartige Wellen haben, liegt wohl daran, dass es bei unseren Meeren keine Erdbeben oder Vulkanausbrüche in dieser Größenordnung gibt. ZUmindest in einem Maß, das 10 Meter hohe Wellen sich zu einer Megawelle vereinen können, um so bis zu 30 Metern zu erreichen.
Das Wort Tsunami existiert des weiteren schon länger als nur ein paar Jahre. Manche Wörter, die wir bereits als gegeben ansehen (weil sie irgendwann 1905 oder so eingedeutscht wurden), sind nicht mal halb so alt, wie das Wort Tsunami.
Als Beweis würde ich da gern den weltbekannten Farbholzschnitt von Katsushika Hokusai (1760-1849) mit dem Titel "Die brechende Welle von Kanagawa" anführen. Dieser Holzschnitt illustriert die Bedrohung Japans durch Tsunamis und hat den französischen Komponist Claude Debussy (1862-1918) angeblich zu seiner Tondichtung "La Mer" inspiriert.
Dass wir das Wort Tsunami nicht so oft verwenden, hängt wohl mit der Seltenheit dieses Phänomens zusammen. Jedenfalls ist es keinesfalls unnötig! Wer einen besseren Vorschlag hat, werfe den ersten Stein! |
_________________ Rechtschreib- und Grammatikfehler des Textes dürfen behalten und selbst genutzt werden. |
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